Strukturveränderung 2025 - Pfarrversammlung am 04.09.2016

04.09.2016 - Propst Tenge informierte über den künftigen Seelsorgeverbund.

Im geplanten Seelsorgeverbund wird den Gemeinden ein Priester als zentraler Ansprechpartner zugewiesen sein. Dies erklärten Propst Martin Tenge und Pastoralreferent Lorenz Kutschke auf der Pfarrversammlung der Sankt Bernward-Gemeinde am Sonntag, den 02.09.2016 in Lehrte.

Etwas mehr als zwei Stunden beantworteten sie den gut 130 Besuchern aus den Gemeinden Lehrte, Sehnde und Bolzum Fragen zur künftigen Seelsorge in dem künftigen Verband, dem auch St. Nikolaus Burgdorf mit 5.116 und St. Martin Hannover mit 11.846 Gläubigen angehören werden. In welchem Umfange der Priester vor Ort aktiv sein wird, wird das zu bildende Pastoralteam des Verbundes noch zu entscheiden haben.

Der Dekanatsrat hatte Anfang Juni die Zusammenfassung von Gemeinden zu Seelsorgeverbünden beschlossen. Sinkende Zahlen von Gläubigen, mehr aber noch von Priestern und Gemeindereferenten macht in Augen des Regionaldekanats diesen Schritt nötig. Während die Zahl der Katholiken im Jahr 2025 wohl nur geringfügig zurückgegangen sein wird, wird sich die Zahl der Priester von 29 (2015) auf voraussichtlich 20 im Jahr 2025 vermindern.

Auch die Zahl der Gemeindereferenten wird von heute 19 auf 15 sinken. Um sich aus erster Hand über laufenden Planungen ein Bild zu machen, hatte der Pfarrgemeinderat hatte mit Propst Tenge und Pastoralreferent Kutschke die beiden verantwortlichen Vertreter des Regionaldekanats eingeladen. So sollte die Verunsicherung nach der ersten Presseberichterstattung verringert werden. Gleichzeitig wollte die Gemeinde Propst und Pastoralreferenten Impulse für die weiteren Überlegungen mit auf den Weg geben.

Für die drei Gemeinden St. Bernward, St. Nikolaus und St. Martin wird in Zukunft ein Pfarrer ein ihm unterstelltes Pastoralteam mit zwei Pastoren, zwei Gemeindereferenten/innen, einem Diakon und einem Verwaltungsbeauftragten leiten. Dieses Team betreut die drei weiterhin selbständigen Gemeinden. Die Gottesdienste werden weiter vor Ort gehalten. Dadurch will das Dekanat höhere Flexibilität bei einer veränderten Personalsituation erreichen.

Geplant ist, einem Priester eine Gemeinde zuzuweisen. Erster Ansprechpartner vor Ort kann aber durchaus zunächst der/die Gemeindereferent/in oder der/die Sekretär/in sein. In der anschließenden lebhaften Diskussion von Versammlung und Dekanats-Verantwortlichen konnten viele, wenn auch keinesfalls alle Fragen beantwortet werden. Deutlich wurde

- Die Priester werden sich wegen des Personalrückgangs wieder stärker auf ihre Kernaufgaben fokussieren müssen. Ergänzt werden kann der für eine Gemeinde zuständige Priester durch Priester im Ruhestand, so diese dazu bereit sind.

- Andere Aufgaben, zum Beispiel Beerdigungen, werden dagegen stärker Laien übernehmen. Zu diesen Ehrenämtern wird sie das Bistum beauftragen. Die Ehrenamtlichen werden jedoch keine Helfer der Priester und Gemeindereferenten sein, sondern Träger der Gemeinden, wie Propst Tenge verdeutlichte. Bei Beerdigungen nehmen die Gläubigen diese Veränderung nach Worten des Propstes gut an. Bei den Wortgottesdienstleitern fehlte dagegen die Annahme. Deshalb wird das Bistum die Akzeptanz ehrenamtlicher Dienste künftig stärker berücksichtigen.

Wann der Seelsorgeverbund konkret kommt, musste Propst Tenge noch offenlassen. Der genaue Zeitplan hängt von der konkreten Personalsituation ab. Darum stehen die Gemeinden Sankt Bernward, Sankt Nikolaus und Sankt Martin aktuell noch außen vor. Überhaupt muss der Bischof erst noch formell entscheiden.

Sicher ist: Bis 2025 sollen überall im Dekanat Pastoralbereiche eingerichtet sein. Nichts hindert laut Propst Tenge die drei Gemeinden aber, sich jetzt schon Gedanken über ihr gemeinsames Verständnis und ihre künftige Zusammenarbeit zu machen. Um Vorstellungen für die lokale Kirchenentwicklung zu erarbeiten, setzt das Dekanat für interessierte Gemeinden sechs Multiplikatoren ein.

Der Propst ermutigte in seinen Antworten die Gemeindeversammlung immer wieder, die Chance in der Veränderung zu sehen, in der eigenen Arbeit neues Charisma zu entdecken und zu entfalten.

Text: Jörg Wieters
Fotos: Martina Bloch